Energiekonzept für die Gemeinde Eresing- Alle Bürger sind zur Mitarbeit eingeladen
LT vom 5.3.2010 Kreisbote vom 10.3.2010  

Dämmen und alternativ heizen

Eresing Im Juli des vergangenen Jahres hat der Eresinger Gemeinderat grundsätzlich beschlossen, ohne Vorgabe eines Zeitrahmens für die Gemeinde ein Energiekonzept zu erstellen und dafür eine Initiativgruppe zu gründen. Schnell hatten sich so viele Personen zur Mitarbeit in einer solchen Gruppe bereit erklärt, dass mehrere Arbeitskreise gebildet und erste Ergebnisse im Gemeinderat präsentiert werden konnten. Im Rahmen eines Energiefrühschoppens wurde nun auch die Eresinger Bevölkerung vom erarbeiteten Stand unterrichtet.

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R. Löbhard
Das Interesse war groß, etwa 70 Bürger lauschten im Gasthof Wiedmann den Ausführungen der AK-Mitglieder zu den Themen Dämmung und Wärmeerzeugung, Energieberatung und Verbraucherverhalten. Dazwischen entspannen sich Gespräche und Diskussionen mit den AK-Mitgliedern, Isoliermuster aus verschiedenen Materialien wanderten durch die Reihen, an einer Stellwand war der bisherige Werdegang der Gruppe dargestellt.

75 Prozent der Energie

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Josef Loy und Initiativgruppensprecher Karl Graml erklärte Johann Kuhn die Berechnung von Energieverlusten am Haus sowie Formeln zur Erstellung des Wärmedämmwerts. Gerade an Gebäuden könne viel eingespart werden, sagte Kuhn, schließlich würden rund 75 Prozent der gesamten Energie für die Heizung verbraucht. „Ungedämmte Häuser sind die Energiefresser Nummer eins.“ Zunächst sollte der Energieverbrauchs-Kennwert nach einem Rechenverfahren, ähnlich dem für den Energiepass, aufgestellt werden. Danach sollte gedämmt werden, bei den Fenstern genüge es oft schon, die Scheiben auszuwechseln.

Andre Steuck stellte verschiedene Möglichkeiten der Wärmeerzeugung am und im Haus vor und verglich sie in Bezug auf Anschaffungswert, Platzbedarf sowie laufende Kosten. Dabei waren Öl-, Gas- und Holzbrennwertkessel, Blockheizkraftwerk und verschieden konzipierte Wärmepumpen.

Die Entscheidung für eines der Heizsysteme sollte nicht allein, sondern unter Hinzuziehung eines guten Energieberaters getroffen werden, betonte Manfred Feneberg und riet, darauf zu achten, dass der Berater eine Zulassung besitzt. Kredite und Zuwendungen aus Förderprogrammen für die energetische Trimmung des Hauses können laut Feneberg über die Hausbank beantragt werden.

Verhalten ändern

Philipp Leichtle zeigte beim Verbraucherverhalten ein paar einfache Änderungen mit großer Wirkung auf. Richtiges Lüften führte Leichtle an sowie Absenken der Raumtemperatur. Lieber solle ein Kleidungsstück mehr getragen werden, als auf Volldampf zu heizen. Schließlich, wie Graml eingangs bereits erwähnte, ist „die umweltfreundlichste Energie die, die erst gar nicht verbraucht wird“. (löbh)

Information im Internet unter

www.eresing.de (Bildergalerie: Energiekonzept)

Energie in lockerer Runde

Von ULRIKE OSMAN,
Eresing – Gleich die Premiere ist ein voller Erfolg gewesen: Rund 70 Bürger fanden sich kürzlich zum „1. Eresinger Energie-Frühschoppen“ im Gasthof Wiedmann ein. Eingeladen hatte die Initiativgruppe, die im Auftrag des Gemeinderats an der Erstellung eines Energiekonzepts für Eresing arbeitet. Der Frühschoppen war Vorträgen und Diskussionen rund um die Themen Wärmedämmung, Wärmeerzeugung, Verbraucherverhalten, Energieberatung und Förderprogramme gewidmet. Außerdem gab es die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch mit Bürgern, die bereits Maßnahmen zu nachhaltiger Energienutzung ergriffen haben.
Die Gemeinde möchte mittelfristig ihren Energiebedarf senken, ihn aus regenerativen Quellen decken und von den großen Versorgern möglichst unabhängig werden. Zu diesem Zweck wurde im vergangenen Herbst die neunköpfige Initiativgruppe „Energiekonzept Ere­sing“ gegründet, unter deren Dach vier Arbeitskreise mit den Schwerpunkten Be­standsauf­nah­me, Energieein­sparung und -gewinnung sowie Öffentlichkeitsarbeit entstanden.
Bürger mit Erfahrung in der Energieerzeugung – etwa durch Erdwärme-Heizungen, Biogas- oder Hackschnitzelanlagen – arbeiten in einer Projektgruppe zu­sammen, um die verschiedenen Techniken der Energie­ge­winnung aus regenerativen Quellen zu vergleichen.
Der Arbeitskreis Energieeinsparung wiederum trägt die verschiedenen Möglichkeiten zusammen, den Bedarf in Haushalten zu senken und vermittelt sie in kompakter Form an die Bürger, unter anderem beim Energie­frühschoppen am Sonntag. Hier hielt Johann Kuhn ein ausführliches Referat über Wärmedämmung und Andre Steuck sprach über die Möglichkeiten der Wärmeerzeugung im Haus.
Manfred Feneberg erläuterte die verschiedenen Beratungsangebote, gesetzlichen Vorgaben und Förderprogramme, Peter Waas schließlich führte eine Wärmebildkamera mit entsprechendem Bildmaterial vor.
Damit das Energiekonzept tat­-sächlich umgesetzt werden kann, müssen die Bürger mitmachen. Hier liegt der Tätigkeitsschwerpunkt der Projektgruppe Öffentlichkeitsarbeit: Sie bereitet die gesammelten Daten auf, vermittelt alle Ergebnisse und Erkenntnisse an die Öffentlichkeit und macht sich Gedanken über eine sinnvolle Vorgehensweise, um so viele Eresinger wie möglich mit ins Boot zu holen.
Mit der aktuellen Situation im Dorf beschäftigt sich der Arbeitskreis Bestandsaufnahme. Welche Energie wird verwendet, welche alternativen Ressourcen sind der Gemeinde zugänglich, und vor allen Dingen: Wie groß ist der Bedarf? Um dies zu ermitteln, waren die Mitglieder der Arbeitsgruppe jetzt im Ort unterwegs, um für jedes einzelne Wohngebäude den Energieverbrauch abzuschätzen. Geschult wurden sie dafür von Toni Höchtl aus Pflaumdorf, der als Energieberater bei den Stadtwerken München beschäftigt ist.

 
     
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